Prag ist eine Stadt voll mit Geschichte und Sehenswürdigkeiten. Aber das Beste: Von (Ost-) Deutschland aus ist es bis dorthin nur ein Katzensprung. Wir haben schon mehrere Kurztrips in die tschechische Hauptstadt unternommen und präsentieren euch unsere Top 10 Tipps für ein Wochenende in Prag!

Der Prager Fernsehturm (Žižkov)

Als wir im Sommer 2019 für drei Tage nach Prag fuhren, war der Fernsehturm Žižkov unsere erste Anlaufstelle. Er befindet sich im gleichnamigen Stadtteil und ist auch vom Zentrum aus nicht zu übersehen, weil er etwas erhöht steht und mit seinen 216 Metern alle anderen Gebäude überragt.

Witzig: An der Fassade krabbeln Plastiken von Kleinkindern rauf. So schwindelfrei sind wir dann doch nicht.

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Am Prager Fernsehturm krabbeln viele kleine Kinder rauf

In 93 Metern Höhe befindet sich eine innenliegende 360°-Aussicht mit einem tollen Blick über die Stadt. Es gibt auch Hängesitze, wenn du einfach mal die Seele (und Füße) baumeln lassen möchtest. Der Eintrittspreis beträgt 250 CZK oder 10 Euro für einen Erwachsenen.

Außerdem gibt es im Prager Fernsehturm ein Restaurant. Mehr Informationen bekommst du auf www.towerpark.cz.

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Der Wenzelsplatz (Václavské námestí)

Der Wenzelsplatz zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Prag. Benannt wurde er nach dem Heiligen Wenzel. Allerdings ist er mit seinen 750 Metern Länge und 60 Metern Breite mehr eine Einkaufs- und Bummelmeile als ein richtiger Platz. Rechts und links des Boulevards findest du Geschäfte, Restaurants, Theater, Kinos und Bankhäuser.

Tipp: Vom Nationalmuseum aus kannst du die ganze Straße überblicken!

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Der Blick vom Nationalmuseum auf den Wenzelsplatz

Das Prager Metronom (Stroj času)

Auch vom Metronom aus hat man einen tollen Blick über Prag. Es handelt sich um ein Kunstobjekt von Vratislav Karel Novák (1942–2014), das auf den Resten eines 1962 zerstörten Stalin-Denkmals im Letná Park errichtet wurde.

Metronom ist im übrigen nur die umgangssprachliche Bezeichnung. Eigentlich heißt das eigenwillig aussehende Kunstwerk Stroj času, was übersetzt so viel wie „Zeitmaschine“ bedeutet. Eine Mahnung zur Erinnerung an die Vergangenheit und den Lauf der Zeit.

Offenbar ist es auch ein beliebter Treffpunkt für die Prager Jugend. Zumindest entspannten dort viele junge Menschen bei sommerlichen Temperaturen, als wir oben waren.

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Der Prager Metronom ist ein beliebter Treffpunkt für junge Leute

Die Brückentürme der Karlsbrücke

Wenn du für ein Wochenende in Prag bist, wirst du mit Sicherheit auch mindestens einmal über die Karlsbrücke laufen. Doch anstatt nur ein paar Fotos zu knipsen und den Straßenmusikern zu lauschen, solltest du dir die Karlsbrücke noch mal aus einer anderen Perspektive anschauen.

An beiden Enden befinden sich Türme, die sich begehen lassen. Einerseits wäre da der Altstädter Brückenturm (Staroměstská mostecká věž), der vom belebten Stadtzentrum aus nicht zu verfehlen ist und den „Eingang“ zur Brücke markiert.

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Auf beiden Seiten der Moldau können die Türme der Karlsbrücke besichtigt werden

Und auf der anderen Seite der Moldau stehen die Kleinseitner Brückentürme, die durch ein Tor miteinander verbunden sind. Wir haben uns für die Besichtigung dieser Türme entschieden, weil wir den Blick rüber auf die Altstadt werfen wollten.

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Beide (bzw. drei) Brückentürme haben ganzjährig geöffnet, allerdings mit je nach Jahreszeit variierenden Öffnungszeiten. 10-18 Uhr (November-Februar), 10-20 Uhr (März + Oktober) sowie 10-22 Uhr (April-September).

Der Eintrittspreis beträgt 100 Kc, was nach aktuellem Kurs um die 4 Euro ist.

Der Glockenturm der St. Nicholas Kirche (Svatomikulášská městská zvonice)

Anschließend ging es für uns weiter auf den Glockenturm der St. Nicholas Kirche. Aus 65 Metern Höhe lässt sich wieder ein Großteil der City mit ihren roten Dächern überblicken. Und natürlich die Karlsbrücke, über die scharenweise Menschen so klein wie Ameisen wackeln.

Aber Vorsicht: Der Aufstieg ist mit 215 Stufen vielleicht nicht für jedermann geeignet. Tickets gibt es ganz unten zu kaufen.

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Auch die St. Nicholas Kirche hat einen Aussichtsturm mit einem fabelhaften Rundum-Blick

Der Petřín-Park mit Standseilbahn und Aussichtsturm (Petřínská rozhledna)

Petřín ist einer unserer Lieblingsplätze in ganz Prag und gehört während eines Wochenendbesuchs zum Pflichtprogramm. Es handelt sich um einen 327 m n.m. hohen Hügel im westlichen Teil Prags und linksseitig der Moldau.

Während unseres ersten Prag-Besuches regnete es Hunde und Katzen, aber wir haben es uns nicht nehmen lassen, zu Fuß den Berg zu „besteigen“. Wir wurden immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt.

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Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit der Standseilbahn hochzufahren, wo sich bei unserem Besuch im November 2019 allerdings lange Schlangen gebildet hatten. Deswegen haben wir sie nur auf dem Rückweg nach unten genommen.

Auch den Aussichtsturm haben wir bislang nur von außen gesehen, weil wir uns – um ehrlich zu sein – den Eintrittspreis von knapp 6 Euro pro Kopf sparen wollten. Wir hatten ja schon fantastische Ausblicke von den Türmen der Karlsbrücke und von der Kirche sowie vom Weg nach oben. Es hätte für uns nicht viel Sinn ergeben.

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Der Pretin-Turm sieht aus wie der Eiffelturm

Das Besondere an dem Petřín-Turm ist übrigens, dass er optisch dem Pariser Eiffelturm nachempfunden wurde.

Mehr Informationen zum Petřínská rozhledna findest du auf der offiziellen Museumsseite.

Der Wallenstein Garten (Valdštejnská zahrada)

Willst du dich abseits der bekannten Einkaufsmeilen und etwas entfernt vom Trubel auf der Karlsbrücke in Prag umschauen, dann legen wir dir den Wallenstein Garten ans Herz.

Der streng geometrisch angelegte, frühbarocke Garten auf der Prager Kleinseite wurde parallel zum Bau des Wallenstein-Palais in den Jahren 1623 bis 1629 angelegt.

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Der Wallensteingarten ist eine echte Oase in mitten der quirligen tschechischen Hauptstadt

Er beheimat große und kleine Hecken, schöne Blumen, Skulpturen, eine künstliche Tropfsteinhöhle und freilaufende Pfaue. Auch ein kolossaler Drei-Achsen-Bau und der große Neptun-Brunnen sind sehr schön anzusehen,

Im Sommer werden im Wallenstein Garten auch Konzerte und Theatervorstellungen abgehalten.

Das Beste: Der Eintritt ist frei! Also nichts wie hin.

Die kleinste Gasse in Prag

Eine kuriose Sehenswürdigkeit in Prag ist die kleinste Gasse der Stadt und vermutlich auch eine der kleinsten Gassen überhaupt.

Nur wenige Gehminuten von der Karlsbrücke (Altstädter Seite) entfernt, findest du die nicht näher bezeichnete Gasse (Adresse: U lužického semináře 100/24). Sie ist so eng – nur 50 Zentimeter an ihrer schmalsten Stelle – dass Personen jeweils nur nach unten oder nach oben laufen können. Gleichzeitig aneinander vorbeilaufen ist nicht drin.

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Erst wenn die Ampel auf grün schaltet, darf die kleinste Gasse in Prag durchschritten werden

Um dieses Problem zu lösen, wurde eine Ampel installiert, die klarmacht, wer gerade in welcher Richtung laufen darf.

Unten angekommen, kannst du dich dann im Restaurant Čertovka stärken. An der Ampel zu warten macht schließlich hungrig. 😉

Der Hradschin (Hradčany) und die Prager Burg

Hinauf auf den Hradschin zur Prager Burg gehen wir immer gern. Einerseits wegen der sehenswerten Innenhöfe der Burg, andererseits wegen des genialen Blicks über die Stadt.

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Wegen dieses Blickes kommen viele Menschen auf den Hradschin

Ursprünglich bildete der Burgberg mit der Burg und den umliegenden historischen Häusern eine eigene Stadt, bevor der Hradschin im 18. Jahrhundert zu Prag eingemeindet wurde.

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Eines der Highlights, das die Prager Burg zur meistbesuchten Sehenswürdigkeit Prags und ganz Tschechiens werden ließ, ist die prunkvolle Wachablösung der uniformierten Wachposten. Diese findet täglich um 12 Uhr statt und zieht hunderte Besucher an.

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Der Hradschin mit der Prager Burg ist in der Regel gut von Touristen besucht

Wenn du schon da bist, dann kannst du auch direkt noch das Goldene Gässchen (Zlatá ulička) anschauen, das an der Innenmauer der Prager Burg liegt. Hier sollen vor vielen Monden Alchimisten im Auftrag von Kaisers Rudolf II. künstliches Gold hergestellt haben. Von 1916 bis 1917 hat im Haus Nummer 22 der Schriftsteller Franz Kafka gelebt.

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Das Goldene Gässchen

Die John Lennon Wall (Lennonova zeď)

Und die letzte Sehenswürdigkeit in Prag, die wir dir ans Herz legen möchten, ist die John Lennon Wall. Diese findest du auf der Prager Kleinseite – du musst dafür also von der Altstadt aus kommend erst die Moldau überqueren.

Aus der ursprünglich völlig unspektakulären Mauer wurde seit den 1980er Jahren ein Kunstwerk gemacht. Immer mehr Leute hinterließen Lennon-Graffiti, Friedenssymbole und Beatles-Songtexte darauf.

Ein originales Porträt des Musikers verschwand so nach und nach unter einer dicken Schicht Farbe.

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Die John-Lennon-Mauer nahm seit den 80er Jahren immer mehr Gestalt an

Heute ist die John Lennon Wall eine Pilgerstätte für Prag-Besucher, Fans und Influencer, die sich vor der Mauer in Pose schmeißen.

Einen Pferdefuß gibt es aber: 2019 wurde die Wall einer Renovierung unterzogen. Jetzt wurde sie in eine geschützte Open-Air-Galerie für professionelle Künstler verwandelt. Nur noch ein kleiner Abschnitt ist für die Allgemeinheit zugänglich. Überwachungskameras sollen künftig dafür sorgen, dass Vandalen fernbleiben.

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Wir hoffen, dass dir der Beitrag gefallen hat und du einige Tipps für deinen eigenen Wochenendtrip nach Prag mitnehmen konntest. Schreib uns gerne einen Kommentar, wenn du noch eine andere tolle Sehenswürdigkeit kennst, die man unbedingt gesehen haben muss!

Martin
Author

Blogger aus Leidenschaft. Baumliebhaber. Sonnenanbeter. Mallorca-Liebhaber.

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