Wenn über Selbstständigkeit gesprochen wird, werden gern die Begriffe selbst und ständig missbraucht. Und es stimmt tatsächlich, als Selbstständiger ist man praktisch rund um die Uhr im Dienst. Deshalb kann die Urlaubsplanung zu einem Hürdenlauf werden. Ich sage euch, was ihr im Vorfeld beachten solltet, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

1. Die Länge der Urlaubsreise

Zeit ist Geld, diese Aussage gilt für kaum jemanden mehr als für Selbstständige. Wer sein eigener Chef ist und nicht arbeitet, der verdient unter Umständen auch kein Geld. Das unterscheidet uns von Angestellten, die trotz ihrer Urlaubsreise pünktlich ihr Gehalt weiterbezahlt bekommen.

Deswegen ist es besonders entscheidend, wie lange man verreist. Bei einer Woche kann man etwaige Ausfälle noch leicht kompensieren. Ab zwei oder gar drei Wochen wird es deutlich schwieriger. Dann sollte man sich schon auf Einnahmenausfälle einstellen bzw. damit kalkulieren. Natürlich kann man das nicht unbedingt über einen Kamm scheren, in manchen Branchen mag das vielleicht nicht der Fall sein.

Ich kann nur für mich als Blogger sprechen, der mit Beiträgen sein Geld verdient. Wenn ich weniger bis kaum Blogbeiträge schreibe, dann kommen weniger Besucher auf meine Seite(n). Weniger Traffic bedeutet gleichzeitig auch weniger Geld im Portemonnaie, da die Zahl der Werbeeinblendungen entscheidend ist.

Dann vielleicht lieber zwei, drei Mal im Jahr für eine Woche wegfahren, als 3 Wochen am Stück. Wenn man Kinder hat, geht das vermutlich nicht immer, weil man sich dann möglicherweise nach den Ferien richten muss. Das hat auch den Vorteil, dass man sich nach Ende der Reise schon auf die nächste freuen kann.

2. Am Reiseziel arbeiten? Ja, auch das ist manchmal erforderlich

Leider schaffen es Selbstständige nicht immer, ihre Arbeit komplett zu Hause zu lassen und zu hundert Prozent auf Entspannung umzustellen. Mir geht es da genau wie Millionen anderer Menschen, die trotz Sonnenscheins und Meer vor der Tür nicht „abschalten“ können. Da muss hier noch eine Email beantwortet, da noch ein Artikel online gestellt oder ein Anruf geätigt werden.

So muss ich damit leben, dass ich von 14 Urlaubstagen vielleicht nur einen oder zwei komplett für mich allein habe. Das ist der Preis dafür, dass ich mich von keinem externen Chef herumscheuchen lassen muss. Und ich zahle ihn gern.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Wer allerdings weder auf seinen Laptop noch sein Handy angewiesen ist, dem gebe ich den dringenden Rat: Schaltet die Sachen ab oder lasst sie gleich zu Hause! Der Stresspegel sinkt und man kann nach dem Traumurlaub auf den Malediven oder der Wanderreise nach Mallorca wieder mit vollen Akkus angreifen.

3. Die richtige Planung

Einige Sachen vorzuschreiben oder einfach vor dem Urlaub abzuarbeiten, anstatt sie aufzuschieben, kann eine Möglichkeit sein, um die Ferien voll und ganz genießen zu können. Hauptberuflich beschäftige ich mich mit Promi News, da klappt das Vorarbeiten nur bedingt, ist bisweilen aber dennoch möglich. Zeitlose Nachrichten wie „Die größten Skandale der Stars“ oder „Was macht eigentlich der Cast der Bill Cosby Show heute?“ gehen immer. Ein paar Klicks auf die eigene Seite sind besser als gar keine.

Wer z.B. als Programmierer mit Kunden zu tun hat, der kann Projekte so eintakten, dass sie vor oder nach der Auszeit erledigt werden. Auch als selbstständige Reinigungskraft oder Katzensitterin muss man halt einmal den Hintern in der Hose haben, seine Brötchengeber zu vertrösten. Möglichst Wochen oder Monate vor Reiseantritt, um niemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Stichwort PLANUNG. Als Selbstständiger ohne Schlachtplan in den Flieger zu steigen, ist grob fahrlässig. Will man wirklich auf Geld verzichten oder lieber die finanziellen Verluste so gering wie möglich halten?

Wer sowieso schon genug Kohle auf dem Konto hat, dem wird das wahrscheinlich herzlich egal sein. Denjenigen beglückwünsche ich zum erfolgreichen Geschäft.

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Etwas schreiben, dann in den Pool oder Zitronen pflücken – nicht die schlechteste Art, seinen Tag zu verbringen

4. Eine Vertretung suchen

Hat man einen Job, den jeder Depp erledigen kann? Warum nicht nach einer Aushilfe umsehen? Als Betreiber eines Onlineshops, der T-Shirts und Tassen mit seinem Gesicht drauf versendet, kann man sich auf einschlägigen Portalen nach einer Vertretung umschauen. Natürlich kostet das wieder Geld, dafür hat man am Ende glückliche Kunden, die immer wieder gern eine Bestellung tätigen. Das geht sogar bei Ebay-Kleinanzeigen, wo die Anzeigenschaltung kostenlos ist. Aushilfsjobs.de ist auch so eine Seite, auf der man nach einer Vertretung suchen kann.

Wer es spezieller braucht, der findet auf Bloggerjobs.de geeignete Fachkräfte, die gegen Bezahlung Artikel schreiben oder sich um die Verwaltung der Internetseiten kümmern, während man weg ist.

Das alles setzt allerdings eine große Portion Vertrauen voraus, schließlich hat man es hier mit völlig fremden Menschen zu tun, die wer weiß was im Schilde führen können.

Daher mein Tipp: Trefft euch vorher mit der Person, sofern das möglich ist und ihr nicht 400 Kilometer entfernt voneinander seid. Lernt sie oder ihn kennen. Danach plant ihr genügend Zeit ein, um die Person einzuarbeiten. So könnt ihr ruhigen Gewissens die Koffer packen, ohne sich in jeder Sekunde des Urlaubs Sorgen machen zu müssen.

5. Mein Fazit

Selbstständigkeit ist kein Zuckerschlecken. Nicht jeder Mensch ist dafür gemacht, pausenlos zu rackern. Doch bei allen Nachteilen – wenig Freizeit, Zettelkrieg mit Behörden, usw. – möchte ich nicht mehr fest in irgendeinem Unternehmen angestellt sein. Und das Beste: Ich muss niemanden mehr am Arsch lecken, wenn ich verreisen will!


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Martin
Autor(in)

Blogger aus Leidenschaft. Baumliebhaber. Sonnenanbeter. Mallorca-Liebhaber.

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