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Diese 15 Sehenswürdigkeiten in Breslau musst du gesehen haben

Ein Trip durch die polnische Metropole Wrocław mit all ihren Highlights

Eine der Sehenswürdigkeiten Breslaus: Der Dom mit seinen zwei markanten Türmen
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Wir haben Breslau (Wrocław) als eine Stadt erlebt, die eine gute Mischung aus Tradition und Moderne bietet. Historische Gebäude, prächtige Stadtparks, futuristische Monumente – die Auswahl ist riesig. Aber was sollt ihr euch auf eurem Städtetrip nur anschauen? Wir haben euch eine Liste der Top 15 Sehenswürdigkeiten Breslaus zusammengestellt.

1. Der Große Ring – mittelalterlicher Marktplatz mit Flair

Der „Große Ring“ ist der zentrale Marktplatz in Breslau, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.

Er ist in Form eines Rechtecks gestaltet, in dessen Zentrum sich ein Häuserblock mit Wohnhäusern sowie dem Rathaus und Neuen Rathaus befindet.

Der Platz erstreckt sich über eine Größe von 205 x 175 Metern und ist praktisch das kulinarische Herz der Stadt, da sich unzählige Restaurants und Cafés aneinanderreihen. Ideal zum Bummeln an einem warmen Sommertag.

Zdrój ist der Name eines Wasserbrunnens, der 1996 mit Glaselementen entstanden ist. Eigentlich sollte er nur zwei Jahre auf dem Großen Ring bleiben, doch jetzt steht er dort immer noch. Gut zum Erfrischen während einer Stadtbesichtigung.

Aufgepasst, überall fahren elektrische Toristenautos, die sogenannten „Melex“, herum, die man beim konzentrierten Fotografieren auch leicht mal übersehen kann.

Wenn ihr genug Zeit habt, dann macht auf alle Fälle einen geführten Rundgang mit, bei dem euch die Geschichte und Kultur Breslaus nähergebracht werden. Buchen könnt ihr so eine lohnenswerte Tour auf dieser Seite Anzeige.

2. Das Alte Rathaus – historischer Verwaltungssitz

Das Alte Rauthaus ist von seiner Architektur her eines der beeindruckendsten Wahrzeichen von Breslau. Standort ist der Große Ring. 1299 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Seitdem wurde es mehrfach umgebaut, aber verlor bis ins 19. Jahrhundert hinein nach und nach seine Bedeutung als Verwaltungssitz.

Im 2. Weltkrieg wurde das historische Gebäude stark beschädigt. Wenige Jahre nach Ende des Krieges begann die Restaurierung, die vier Jahre andauerte.

Heute dient das Alte Rathaus als Stadtmuseum. Die Stadtverwaltung befindet sich nun in einem Erweiterungsbau auf der südwestlichen Seite des Mittelsblocks am Großen Ring.

Gleich neben dem Rathaus gibt es übrigens ein veganes Restaurant, das zwar ganz hübsch gestaltet ist, aber geschmacklich nicht wirklich mit dem Loving Hut mithalten kann.

3. Die Breslauer Zwerge – witziger Zipfelmützenaufstand

Die Breslauer Zwerge sind die heimlichen Stars der polnischen 600.000-Einwohner-Metropole. Richtet ihr den Blick nach unten, dann werdet ihr im ganzen Stadtgebiet hunderte dieser kleinen Bronze-Zwerge entdecken.

Ihr Ursprung geht auf eine Freiheitsbewegung in den 1980er Jahren zurück. Damals protestierten die Menschen gegen das kommunistische Regime und stellten den Urvater aller Breslau-Zwerge auf.

Seit Beginn der 00er-Jahre wuchs ihre Zahl auf inzwischen 350 Stück an. Im Übrigen könnt ihr sie auch über den Köpfen erspähen, haltet einfach mal die Augen auf. Besonders die Gegend um den Marktplatz bietet vielen dieser kleinsten Einwohner Breslaus Unterschlupf.

—> Mehr zu den Breslauer Zwergen

Unsere Empfehlung für Familien ist die Stadtführung Breslau für Kinder, bei der garantiert keine Langeweile aufkommt. Weitere Informationen zu der witzigen Tour könnt ihr HIER nachlesen Anzeige. Oder macht mit bei der Zwergenjagd-Herausforderung Anzeige, bei der es so viele Zwerge zu finden gilt, wie nur möglich.

4. Der Wroclaw Fountain –  Multimediale Wasserspiele

Der Wroclaw Fountain (Wroclawska Fontanna) ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Zwischen 10 und 21:40 Uhr könnt ihr Zeuge von spektakulären Wassershows werden.

Auf einer Fläche von 1 Hektar wurden 800 Lichtpunkte sowie 300 Wasser- und 3 Feuerdüsen installiert. Anlass war der zwanzigste Jahrestag der ersten freien Wahl in der Nachkriegszeit am 04. Juni 2009.

Bunte Lichter, riesige Fontänen und Musik bilden eine perfekte Symbiose. Aufpassen: Die immer zur vollen Stunde laufenden Shows sind nicht immer gleich lang, sondern variieren zwischen 4 und 18 Minuten.

Der Eintritt ist kostenlos, lediglich für den Parkplatz müsst ihr ein paar Zloty berappen.

5. Die Dombrücke – das Zuhause der Liebesschlösser

Die Dombrücke hat schwer zu tragen, denn an ihren Geländern hängen Verliebte gerne ihres Liebesschlösser auf. Wohin das Auge reicht, überall Schlösser mit eingravierten Botschaften.

Ihr eigentlicher Zweck ist es, die Sandinsel (Wyspa Piasek) über die Oder mit der Dominsel (Ostrów Tumski) zu verbinden, die in Wirklichkeit schon lange keine Insel mehr ist.

Früher überspannte eine Holzbrücke den Fluss, die jedoch einmal während einer Prozession einstürzte, sodass mehrere Menschen im Wasser den Tod fanden.

Gott sei Dank ist die Dombrücke, die um 1890 errichtet wurde, heute stabiler aufgestellt, denn an schönen Tagen walzen täglich tausende Leute drüber. Nicht zuletzt bringen die Schlösser auch ein ganz schönes Gewicht mit.

6. Der Breslauer Dom mit 360° Blick über die Stadt

Die Dominsel heißt nicht umsonst so. Darauf steht der Breslauer Dom, dessen zwei 98 Meter hohe Türme die höchsten Kirchtürme der Stadt sind.

Kaum zu glauben, dass diese wunderschöne Kirche im zweiten Weltkrieg zu 70% zerstört wurde. Erst 1992 war der Wiederaufbau komplett abgeschlossen.

Wenn ihr dort seid, dann lasst euch auf keinen Fall eine Besichtigung der Aussichtsplattform entgehen. Die umgerechnet gerade mal 1 Euro (5 Zloty) sind gut investiertes Kleingeld. Nach dem Überwinden einer Steintreppe fährt euch auf dem letzten Stück ein etwas grummeliger Fahrstuhlführer nach ganz oben.

Von dort habt ihr einen herrlichen Rundumblick bis hin zur weißen Rędziński-Brücke, der größten Flussquerung Polens. Auch der Sky Tower und die sich auf der anderen Seite der Dombrücke befindliche Kirche St. Maria auf dem Sande (Kościół Najświętszej Marii Panny na Piasku) sind gut zu erkennen.

7. Der Botanische Garten – 11.500 Pflanzen auf 7,5 Hektar

Wir lieben Botanische Gärten und der von Breslau ist mit Abstand einer der schönsten, die wir je gesehen haben. Sein Standort ist nur wenige Gehminuten vom Dom entfernt.

Die Anlage ist riesig! Dort könnt ihr gut und gerne einige Stunden verbummeln, euch die vielfältige Pflanzenwelt anschauen oder euch einfach auf eine Bank setzen, etwas lesen und dem Plätschern des Wassers zuhören.

Im Herzen des Botanischen Gartens befindet sich eine Teichanlage mit Springbrunnen, die von einer Holzbrücke überspannt wird. Gut geeignet für angehende Instagram-Influencer, um ein paar schicke Fotos zu schießen.

Rund 11.500 Pflanzen zieren heute den 7,5 Hektar großen Garten, der 1811 gleichzeitig mit der Breslauer Universität errichtert wurde.

Der Eintrittspreis beträgt 15 Zloty, also etwa 3,50 Euro. Ermäßigt sind es 5 Zloty, ca. 1 Euro. Besichtigt werden kann er vom 01. April bis 17. November zwischen 8:00-16:30 Uhr.

8. Das Museum der Universität Wrocław / Aula Leopoldina

Steht ihr auf Museen, dann solltet ihr unbedingt der Universität von Breslau einen Besuch abstatten. Darin befinden sich Hinterlassenschaften aus der bewegten Geschichte der Uni vom 15. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.

Der am meisten besuchte Raum ist sicherlich die Aula Leopoldina. Dabei handelt es sich um den einzigen dermaßen gut erhaltenen, barocken Innenraum in ganz Polen. Als wir dort waren, wurde er allerdings gerade einer Restaurierung unterzogen.

Ihr habt beim Ticketkauf die Wahl zwischen 2, 3 oder 4 Sälen. Unser Tipp ist, einfach alle vier Säle mitzunehmen, denn die Preise unterscheiden sich mit zwischen 10-12 Zloty (keine 3 Euro) kaum voneinander.

Sehenswert sind auch das Oratorium Marianum, ein ebenfalls barocker Raum, sowie der Mathematische Turm (eine ehemalige Sternwarte) mit Aussichtsterrasse. Von hier oben habt ihr wieder einen fantastischen Blick über die City.

Von Mai bis August ist Sommersaison im Museum, dann hat es unter der Woche 10 bis 16 Uhr und am Wochenende bis 17 Uhr geöffnet. Von September bis April nur bis 15:30 Uhr. Mittwochs und an Feiertagen bleibt das Museum geschlossen.

9. Die Markthalle – frisches Gemüse, Fleisch & andere Leckereien

Schon bevor sich die Sonne am Morgen über Breslau erhebt, herrscht Gewusel in der Markthalle, wenn die Lieferungen der frischen Waren eintreffen und die Standbesitzer ihre Auslage für die bald eintreffende Kundschaft hübsch herrichten.

Zu kaufen gibt es unter anderem Gemüse, Obst, Fleisch, Gewürze und allerlei Blumensorten.

Vielleicht ist die Markthalle, die sich in der Nähe der Oder befindet, nicht so schön wie die in Barcelona oder Palma de Mallorca, aber dennoch einen Abstecher wert. Der Ausblick vom Obergeschoss aus ist auch ganz nett.

10. Der Japanische Garten – Gärtnern im Asia Style

Eine weitere Ruheoase in Breslau ist der Japanische Garten (Ogród Japoński), dessen Anlage sich direkt hinter dem Wroclaw Fountain als Teil des Scheitinger Parks (Park Szczytnicki) befindet.

Gestaltet wurde der Garten im Jahr 1913 anlässlich der Weltausstellung. Umgesetzt wurde die ursprüngliche Parkanlage von dem japanischen Gärtner Mankichi Arai. Nach Ende der Weltausstellung wurde ein Teil des Japanischen Gartens wieder abgebaut, aber Pflanzen, der Teich sowie die Parkwege blieben in ihrer Form für die Nachwelt erhalten.

In den 1990er Jahren ließ man Experten aus Japan einfliegen, die sich um eine Rekonstruktion bemühten. Leider hielt die Freude nicht lange, denn als 1997 eine Jahrhundertflut die Stadt Breslau heimsuchte, verlor der Japanische Garten 70 Prozent seiner Pflanzenarten. Erst zwei Jahre später fand die Neueröffnung statt.

Tagsüber war richtig viel los im Park, daher war an ein entspanntes Fotografieren nicht zu denken. Wenn ihr tolle Bilder von der kleinen Brücke mit ihrem Pavillon ohne Menschen machen wollt, dann empfehlen wir euch die Abendstunden. Bis 19 Uhr ist der Garten geöffnet, dann habt ihr sicherlich die besten Chancen auf eine menschenfreie Brücke. Der Eintrittspreis beträgt 4 Zloty, also knapp 1 Euro.

11. Die Grunwaldbrücke – Brooklyn Bridge des Ostens?

Breslau verfügt über mehr als 100 Brücken und trägt deshalb nicht umsonst den Beinamen „Brückenstadt“. Eine davon ist die Grunwaldbrücke (most Grunwaldzki), die zu den bekanntesten der Stadt gehört.

Als wir mit einem kleinen Ausflugsboot darunter durchfuhren, kam uns als erstes in den Sinn, dass sie der New Yorker Brooklyn Bridge ähnelt, eben nur etwas kleiner.

Bis zum 2. Weltkrieg nannte man sie Kaiserbrücke oder auch Freiheitsbrücke. Danach wurde das 112,5 Meter lange und 18 Meter breite Bauwerk in Grunwaldbrücke umbenannt.

12. Die Iglica (Nadel) – Stahl trifft auf Himmel

Iglica ist eine sich nach oben hin zuspitzende Nadel, die in den Himmel ragt. Sie befindet sich ebenfalls auf dem großen Areal mit Wroclaw Fountain und Japanischem Garten. Sieht bisschen aus wie eine abgespacte Rakete kurz vor dem Start.

Die Nadel wurde als Erinnerung an die Ausstellung der wiedergewonnenen Westgebiete im Jahr 1948 aufgestellt. Ihre ursprüngliche Größe betrug 106 Meter, außerdem war sie damals mit Spiegeln bestückt, die Lichteffekte bieten sollten. Leider wurden diese bei einem Unwetter zerstört. Seit den 60ern ist Iglica auch „nur“ noch 90 Meter hoch.

13. Słodowa Island / Stahlskulptur auf der Insel Daliowa

Słodowa (Wyspa Słodowa) ist eine Insel, die besonders in Frühling und Sommer von Einheimischen bevölkert wird, die dort etwas ausspannen. Es gibt Konzerte, Sportaktivitäten und Picknicks. Strandbars laden zum Verweilen ein.

In der Nachbarschaft befindet sich die Insel Daliowa, die mit einem muschelförmigen Stahlgebilde eine weitere Touristenattraktion zu bieten hat. Ein tolles Fotomotiv, da die Skulptur extrem spiegelt. So lassen sich kreative Effekte erzeugen.

Welchen Zweck sie erfüllt, wissen wir leider auch nicht.

14. Przejście – Denkmal für die anonymen Passanten

Das Denkmal für die anonymen Passanten, Przejście, erinnert an die Menschen, die während des Ausnahmezustandes in den 1980ern in Polen starben oder verschwanden.

Nach Protesten wegen der schlechten Wirtschaftslage und sozialer Probleme rief das kommunistische Regime 1981 das Kriegsrecht aus. Viele Menschen starben oder zogen sich aus Angst vor Verhaftungen in den Untergrund zurück.

Seit 2005 erinnern die Ebenbilder von 14 Menschen (7 auf jeder Straßenseite) an jene Zeit. Einige von ihnen erheben sich aus dem Boden, was sinnbildlich für das Ende des Ausnahmezustands 1983 steht.

Tipp: Auf der „Wroclaw Communist Tour“ Anzeige erfahrt ihr von einem lokalen Guide, wir sich Breslau aus Ruinen zu einer modernen Großstadt entwickelte.

15. Der Sky Tower – das höchste Gebäude in Breslau

Kurz vor unserer Abreise wollten wir unbedingt noch auf den Sky Tower, dem höchsten Gebäude Breslaus und höchsten Wohnhaus Polens. Schon von Weitem schraubt sich der 212 Meter hohe Turm in den Himmel, der auch zwischen den Wolkenkratzern in Frankfurt stehen könnte.

Auf der 49. Etage befindet sich ein Aussichtspunkt, den ihr nach etwa einer Minute Fahrt mit dem Fahrstuhl erreichen könnt.

Kostenlos ist der Ausblick nicht, aber mit Erwachsenen-Preisen zwischen 11 und 15 Zloty (umgerechnet maximal 3,50 Euro) noch im Rahmen.

Blöd für uns war, dass die nächste freie Fahrt nach oben erst gut drei Stunden später gelaufen wäre, wir aber die gut dreistündige Rückfahrt nach Dresden noch vor uns hatten. Deshalb mussten wir schweren Herzens auf das Erlebnis verzichten. Beim nächsten Mal nehmen wir den Sky Tower aber auf jeden Fall mit!

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